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Hong Kong
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Liegt Hong Kong in Europa? Natürlich nicht - Trotzdem stellte sich mir die Frage, was ich von dieser Stadt, die über 150 Jahre von den Engländern verwaltet wurde, zu erwarten habe. Aufgrund extrem einseitiger Handelsbeziehungen zwischen England und China, welches nur Waren exportieren, aber keinen Import zulassen wollte, besetzte England im ersten Opiumkrieg 1841 die damals nur spärlich bewohnte Insel Hong Kong. Nach dem zweiten Opiumkrieg wurde England im Jahre 1860 auch das an die Hong Kong Island angrenzende Festland (Kowloon) zugesprochen. Die Stadt entwickelte sich prächtig und stiess schon bald an ihre territorialen Grenzen. Aus diesem Grund wurde 1898 zusätzliches Land (New Territories) von China für die Dauer von 99 Jahren geleast, welches am 30. Juni 1997 wieder an China zurückgegeben werden musste. Verschiedene Gründe, unter anderem auch die Untrennbarkeit von Hong Kong Island, Kowloon und den geleasten New Territories, bewog England, nicht nur das geleaste Land, sondern das ganze Verwaltungsgebiet Hong Kong an China zurückzugeben.

Nathan Street Von Australien herkommend, fühlte ich mich bei meinem ersten Kontakt wie in einer richtig asiatischen Stadt: Leute und Verkehr ohne Ende, ein Meer von kleineren und grösseren Leuchtreklamen über den Strassen und ein Duftgemisch aus Abgasen, chinesischen Nudeln und Gewürzen. mein Haus Beim Blick über die Leuchtreklamen an die Fassaden der meist ungepflegten, 16- bis 20-stöckigen Gebäude, dekoriert mit unzähligen, angehängten Klimageräten (die einem als Fussgänger unangenehm auf den Kopf tropfen..) und zum Trocknen ausgehängter Wäsche, überkam mich ein mulmiges Gefühl. Akut stärker wurde dieses, als ich vor einem solchen Gebäude stand, im Wissen, irgendwo da drin ein reserviertes Zimmer zu haben. Dieses war dann aber ganz in Ordnung, zwar klein und ohne richtiges Fenster, aber zumindest sauber.
Wie ich später bemerkt habe, ist dieser zentrale Stadtteil (Tsim Sha Tsui) auf der Kowloon-Halbinsel einer der belebtesten und eher älteren Jahrgangs. Vor der Eröffnung des neuen Flughafens ausserhalb der Stadt im Jahre 1998 lag die Kowloon-Halbinsel in der (spektakulären) Anflugzone des alten Flughafens. Aus diesem Grund haben die Gebäude in diesem Gebiet nur eine beschränkte Höhe von ca. 20 Stockwerken und werden erst jetzt langsam durch modernere und höhere ersetzt. Sämtliche Baugerüste, auch die für die Wolkenkratzer(!), Bambusgerüst werden übrigens ausschliesslich mit Bambusstäben erstellt, was auf den ersten (und zweiten) Blick recht wacklig und abenteuerlich aussieht. Offensichtlich ist diese Gerüstart aber genügend stabil und vor allem günstiger als Metall.
Begibt man sich ans südliche Ende der Kowloon-Halbinsel oder ins Businessdistrikt von Hong Kong Island, sind die Hochhäuser bzw. Wolkenkratzer meistens sehr gepflegt und die Ambience mutet eher europäisch an.

Während meiner Besuchszeit zelebrierte Hong Kong an jedem Abend ein Musik- und Lichtspektakel, genannt "A Symphony of Lights". Das Publikum, an der Uferpromenade der Kowloon-Halbinsel stehend, wurde dabei mit Musik berieselt und gegenüber auf Hong Kong Island wechselten die Fassaden der Hochhäuser im Takt die Farben, begleitet von Lasershows und Feuerwerken auf deren Dächern. Dieses Spektakel lockte jeweils hunderte (wenn nicht tausende) von Menschen an die Uferpromenade und war absolut beeindruckend! A Symphony of Lights 1 A Symphony of Lights 3 A Symphony of Lights 4

Hong Kong ist eine Stadt der Superlative: Das aktuelle Verwaltungsgebiet Hong Kong (entspricht dem Gebiet, welches die Engländer verwalteten) ist 1'100 km2 gross. Davon ist jedoch das meiste unbebaute Grünfläche mit Wäldern, Seen usw. (auch das ist Hong Kong). Die ca. sieben Millionen Einwohner leben auf nur rund 10% dieser Fläche, d.h. auf ca. 110 km2. Im dichtbesiedeltsten Stadtteil leben folglich über 50'000 Menschen auf einem Quadratkilometer!

Hong Kong im Dunst.. Besucht man mit dem "Peak Tram" (Swiss made) den Aussichtspunkt auf 396 Meter über Meer, gewinnt man einen Überblick über das Ausmass dieser Stadt, sofern die Sicht nicht zu stark von Dunst beeinträchtigt wird, was angeblich in letzter Zeit, aufgrund starker Luftverschmutzung, leider oft der Fall war. Vom Zentrum bis zum Stadtrand reihen sich Hochhäuser an Hochhäuser und fast täglich kommen neue hinzu. Hong Kong's Bevölkerung wächst jährlich um ungefähr 85'000 Menschen, die irgendwo untergebracht sein wollen.

Tempel nahe Tsuen Wan Sik Sik Yuen Wong Tai Sin Die Hauptreligionen in Hong Kong sind Buddhismus und Taoismus. Aus diesem Grund findet man an verschiedenen Orten wunderschöne Tempelanlagen. Paradebeispiele sind z.B. der Tempel nahe Tsuen Wan oder der Sik Sik Yuen Wong Tai Sin (Bild rechts).

Aufgrund der historischen Entwicklung herrscht in Hong Kong Linksverkehr, während in China selbst rechts gefahren wird. Üblicherweise findet in einem Linksverkehr-Gebiet auch der Fussgängerverkehr auf derselben Seite statt. Nicht so in Hong Kong: Vermutlich aufgrund der chinesischen Verbundenheit wird hier rechts marschiert, ungeachtet der Tatsache, dass die Wegweiser in Fussgängerüberführungen konsequent (englisch) links angebracht sind.

Hong Kong besitzt ein vielfältiges kulinarisches Angebot: Man hat die Wahl zwischen teueren, western-style Restaurants bis zu günstigen, kleinen Familienbetrieben in Quartieren, die selten von Touristen besucht werden. Im zweiten Fall bestellt man mangels englischer Menükarte irgendwas, was z.B. nach Nudeln aussieht, bewaffnet sich mit Chopsticks (Essstäbchen) und Löffel und versucht es den Einheimischen gleich zu tun: Nudeln mit den Chopsticks fischen, via Löffel zum Mund führen und einsaugen. Da darf auch geschlürft und anschliessend sogar gerülpst werden. Letzteres habe ich zwar noch nicht so drauf, aber das Schlürfen klappt schon ganz gut..


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3004-60505; Erstellungsdatum: 9. Mai 2005; Letztes Aktualisierungsdatum: 17. Mai 2005 © Peter Baumgartner 2005