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Perth - Broome (Teil 1)
(Um die Bilder grösser zu sehen, einfach draufklicken.)


Pool Wir sitzen im Pool des Cabel Beach Backpackers, in der rechten Hand ein kühles Glas Rose und geniessen die letzten Sonnenstrahlen des Tages, die zwischen den Palmenblättern zu uns durchscheinen..
Doch halt! Dies ist der krönende und erholsame Abschluss unserer 3'874 km langen Reise von Perth nach Broome (Westküste). Spulen wir also die Zeit zum Beginn der Tour zurück: Am frühen Morgen des 27. November trafen sich 13 Abenteuersuchende an der Tourist Busstation in Perth. Empfangen wurden wir vom Guide Hopper, der nach dieser Tour den Schritt in die Selbständigkeit wagen will und von Brett, seinem Nachfolger, welcher unter anderem ein begeisterter Gitarrenspieler ist (während ich diese Zeilen schreibe, sitzt er vis-a-vis von mir und unterhält mich mit ein paar Songs).
Dies war also der Start in den zweiten Teil meines Australienaufenthaltes. Nach 12 Wochen Schule sollte ich der englischen Sprache nun einigermassen mächtig sein, doch die Ernüchterung folgte auf dem Fuss: Auf dieser Tour waren die meisten Teilnehmer aus England oder Schottland - sprechen die Englisch oder ...? Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase ging's etwas besser, wobei ich aber das schottische Englisch nun definitiv als weitere Fremdsprache betrachte, deren ich nicht mächtig bin!

Road Unser erster Halt war den Pinnacles gewidmet. Da sich diese Kalksteine seit meinem letzten Besuch vor ca. zwei Monaten nicht wesentlich verändert haben, verzichte ich auf eine erneute Beschreibung und verweise stattdessen auf den Eintrag "Sandsurfing und Pinnacles". Ein paar Kilometer nördlich passierten wir Geraldton und damit die letzte Verkehrsampel für die folgenden 3'300 km... Man stelle sich Europa vor und suche eine 3'300 km lange Strecke (Hauptstrasse) ohne Verkehrsampel! Westaustralien (WA) ist der grösste Staat Australiens, hat aber die geringste Bevölkerungsdichte (WA: 1.9 Mio Einwohner auf 2.5 Mio km2; Schweiz: 7.1 Mio Einwohner auf 0.04 Mio km2). Road Ein Hauptgrund für diese spärliche Besiedelung ist bei den geringen Süsswasservorkommen zu finden.
Einen Eindruck dieser menschenleeren Flächen erhält man auch, wenn man im Outback auf einem Aussichtspunkt steht und im ganzen Umkreis von 360 Grad kein Anzeichen von Zivilisation sieht oder wenn man auf einer Hauptverkehrsstrasse schnurgerade dem Horizont entgegenfährt und über eine längere Zeit keinen anderen Verkehrsteilnehmer zu Gesicht bekommt. Dem Radio sind in solchen Gegenden nur CD-Töne zu entlocken, da kein FM-Sender von einer entfernten Siedlung diese Strassenabschnitte erreicht..

Swag Unsere erste Nacht verbrachten wir in Kalbarri, etwas mehr als 700 km nördlich von Perth. Als Unterkunft diente uns der "Swag" (sprich "swääg"). Der Swag ist eine Art (australisches) Ein-Mann-Zelt, mit welchem man im Outback übernachten kann. Er besteht aus einem wasserabweisenden Material und besitzt eine eingenähte, ca. fünf cm dicke Matte, die das liegen auf dem Boden wesentlich angenehmer gestaltet. Da der Swag "nur" Zelt (oder eher Schlafsackhülle) ist, gehört natürlich noch ein Schlafsack reingelegt. Trotz Skepsis gegenüber dem Komfort dieses Ein-Mann-Zeltes, habe ich bereits in der ersten Nacht hervorragend geschlafen; das heisst, zumindest bis zur Morgendämmerung: Die rasch ansteigende Temperatur und die überaus aktiven Fliegen (siehe "Frauengeschichten und Wave Rock") verhinderten ein langes Schlafen. Aufgrund der recht langen Tagesetappen (durchschnittlich knapp 500 km) und den vorgesehenen Stopps bei verschiedenen Sehenswürdigkeiten, begannen unsere Tage meist um 05.30 Uhr. Kalbarri Natures Window Nach dem Frühstück unternahmen wir eine kurze Wanderung im Kalbarri National Park und kletterten in die Schlucht "Z-Bend" hinunter. Die optische Wirkung auf den Betrachter ist schwer zu beschreiben: Das Rot des Felses (sorry, auf dem Foto nicht wirklich gut zu erkennen), das Grün der Bäume und Pflanzen sowie das Blau des Himmels und der blau-grünliche Fluss, der sich durch das Z windet, versetzen den Besucher in ein lang anhaltendes Staunen. Einfach wunderschön!
Nach dem Aufstieg aus der Schlucht besuchten wir das "Natures Window": Ein Loch in einem Fels, durch dieses man in die Schlucht sehen kann. Es soll angeblich Leute geben, die diesen Ort zwei Mal besucht haben, da sie beim ersten Mal auf dem Felsen über dem Window gestanden sind und vergeblich nach ihm gesucht haben..

Am späteren Nachmittag trafen wir in Monkey Mia ein. Dieser Ort erlangte in den letzten Jahren Berühmtheit, weil sich dort, jeweils morgens, frei lebende Delphine füttern lassen. Auch wenn die verantwortungsbewussten Ranger darauf achten, dass nur einzelne Delphine gefüttert werden, die Futtermenge nicht 15% des Tagesbedarfs übersteigt und niemand die Tiere berührt (Vermeidung der Übertragung von menschlichen Viren), ist das ganze am Ende doch ein unnatürlicher Eingriff in das Leben dieser Delphine. Es wird zwar betont, dass sie freiwillig diesen Ort aufsuchen. Auf der anderen Seite ist dies aber auch nicht erstaunlich: Freibier und keiner geht hin?
Camp Oven Am Abend hat uns Hopper (unser Guide) thailändisch bekocht und als Dessert einen "Fruit Crumble" im "Camp Oven" gebacken. Der Camp Oven ist ein gusseiserner Topf, der zum normalen Kochen, aber auch als Ofen verwendet werden kann. Soll mit dem Camp Oven gebackt werden, muss erst mal genügend Glut vorhanden sein, in welcher man den Camp Oven bis zur gewünschten Temperatur vorheizt. Gewünschten Temperatur? Nun, Hopper hatte es im Gefühl und alle anderen können ein Stück Papier zu Hilfe nehmen, welches man ca. fünf Minuten im gedeckten Topf "schmoren" lässt. Ist das Papier nach dieser Zeit noch weiss, ist die Temperatur unter 120 Grad; haselnussbraun = 150 bis 160 Grad, dunkelbraun = 180 bis 200 Grad, an den Rändern angekohlt = 220 Grad oder höher. Ist der Topf richtig temperiert, kann das Backgut eingefüllt, mit dem gusseisernen Deckel (mit hohem Rand) gedeckt und die Fläche auf dem Deckel mit glühender Kohle bedeckt werden (Oberhitze). Fruit Crumble aus dem Camp Oven - traumhaft!
Endlich den Gelare-Waffeln entflohen (s. Perth - Kulinarisches), erhoffte ich mir körperlich eine Rückkehr zum Normalzustand. Hopper, als gelernter Küchenchef mit Welterfahrung, wusste dies aber gekonnt zu vermeiden: Seine hervorragend zubereiteten Mahlzeiten verleiteten mich regelmässig zum Essen bis zum jetzt-geht-nichts-mehr-rein Gefühl! Meine Rückkehr zum Idealgewicht musste folglich vertagt werden..

Strandbett Die Nacht in Monkey Mia haben wir am Strand unter klarstem Sternenhimmel und (fast) Vollmond verbracht. Was gibt es Schöneres, als nach gutem Essen im Schlafsack zu liegen, den Sternenhimmel zu betrachten und mit dem Rauschen des Meeres in den Ohren einzuschlafen?
Nach einem wunderschönen Sonnenaufgang (selbe Szenerie wie beim Einschlafen..) Weckdienst und dem Füttern der Delphine, welche auch an diesem Morgen freiwillig erschienen sind, haben wir den Tag mit Fahren durch endlos scheinende Buschlandschaften verbracht. Das nächste Nachtlager errichteten wir in Coral Bay. Der Weckdienst am folgenden Morgen wurde nicht, wie üblich, von den Fliegen, sondern von einem neugierigen Känguruh ausgeführt, welches zwei Tourmitglieder wachküsste! Wahrscheinlich enttäuscht, dass sich weder Marco noch Dominik in ein prächtiges Känguruhmännchen verwandelt hat, ist es wieder von dannen gehoppelt..

Haie Coral Bay - ein Traum! Für mich ein kleines Paradies auf Erden! Absolute Ruhe, weisse, weite Strände, klares Wasser in verschiedenen Farbtönen von beige in Strandnähe bis zu türkis oder dunkelblau an tieferen Stellen. Das Ningaloo Riff, welches in Schwimmweite vom Strand liegt, trägt zudem wesentlich zur Attraktivität von Coral Bay bei. Da das Meer in diesem Gebiet nicht tief ist, ist keine Taucherausrüstung zum Erkunden des Riffes erforderlich. Dominik und ich haben uns also mit Taucherbrille, Schnorchel und Flossen ausgerüstet ins untiefe Wasser begeben, um das Riff und seine zahlreichen Bewohner etwas näher zu erkunden. Staunend betrachteten wir eine vorüberziehende, kleine Roche, bevor wir uns kurze Zeit später von Haien umgeben sahen! Als grundsätzlich Meeresbewohner-Unkundiger stellte sich schnell eine Gefühlsmischung aus Angst und Neugierde ein: Riff Was führen diese Raubfische im Schilde? Sind sie nur im Fernsehen gefährlich oder auch hier, in diesem Moment? Blute ich irgendwo..? Wie sich aber glücklicherweise herausstellte, waren diese eindrücklichen Meeresbewohner ängstlicher als wir (oder einfach nicht genügend hungrig) und wahrten immer eine gewisse Distanz.
Etwas später haben wir an einer Tour mit einem Glasbodenboot teilgenommen, um die Schönheit des Riffes in ganz entspannter Art und Weise zu geniessen: Die Unberührtheit dieser Meereslandschaft mit seinem Reichtum an verschiedenen Fischen und anderen Bewohnern ist schlicht überwältigend!


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2711-41204; Erstellungsdatum: 7. Dezember 2004; Letztes Aktualisierungsdatum: 9. Dezember 2004 © Peter Baumgartner 2004