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Adelaide - Melbourne
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Kapitel auf dieser Seite:
Grampians Nationalpark
Great Ocean Road
Melbourne


Grampians Nationalpark

Grampians 1 Nach ein paar Tagen in Adelaide habe ich mich am 31. Dezember mit einer Gruppe, bestehend aus DänInnen, JapanerInnen, KoreanerInnen, einem Kanadier und einer Schweizerin, auf den Weg in Richtung Melbourne begeben. Die erste Etappe führte uns gegen Osten in den Grampians Nationalpark. Die Grampians befinden sich im Staat Victoria und bestehen aus verschiedenen Hügelzügen, die sich auf ca. 90 Kilometer erstrecken. Das ganze Gebiet ist mehrheitlich mit einer waldähnlichen Vegetation bewachsen und an gewissen Stellen auch felsig. Wer gerne wandert, hat die Wahl zwischen einfacheren Wanderwegen oder auch anspruchsvolleren Kletterpfaden, welche zum Teil durch kleine Canyons oder über steilere Felspassagen führen. Auf speziell ausgebauten Aussichtspunkten kann man eine wunderbare Rundsicht geniessen und in tieferen Lagen gibt es Wasserfälle und Seen zu bewundern.

Grampians 2 Die Ruhe im Grünen, abseits vom Lärm der Dörfer und Städte, schienen nicht nur die Touristen zu geniessen, sondern auch die Einheimischen: Insbesondere am zweiten Tag unserer Tour, dem 1. Januar und somit einem Feiertag, ging es auf den Wanderwegen zu und her wie an einem schönen Sommertag in den Schweizer Bergen. Damit sei bereits verraten, dass wir den Jahreswechsel in den Grampians, genauer im Dorf "Halls Gap", verbrachten. Dieser Ort besteht aus einem Tourist- und Aboriginal-Informationszentrum, einem kleineren Supermarkt, einem Pub, einem Campingplatz und einem kleinen Backpackers, in welchem auch wir uns einquartierten. Natürlich haben wir uns für den Jahreswechsel gut vorbereitet und in einem Bottleshop (Getränkehandel) nebst Wein auch zwei Flaschen Champagner gekauft. Nach dem Abendessen versuchte uns unser Guide zu überzeugen, den Silvester doch im Pub mit den Einheimischen zu feiern, wobei sie sich, eine 46-jährige Bodybuilderin in knackigem Mini und roter Schleife im Haar, bereits entsprechend hergerichtet hatte. Folglich haben wir den Champagner unter den Arm gepackt und uns ins Pub begeben, in der Hoffnung, diesen im allgemeinen Getümmel auch dort trinken zu können.. Das Pub war aber relativ klein und ein unbeachtetes Öffnen unserer Flaschen nur möglich, wenn auch andere Korken knallend durch die Gegend flögen. Erstaunlicherweise nippten die Einheimischen auch um zehn vor zwölf noch an ihrem Bier oder Whisky und machten keine Anstalten, irgendwelchen Sekt oder Champagner zu organisieren. Da ich aufgrund der vorgerückten Zeit die Chance auf ein allgemeines Korkengeknalle um Mitternacht schwinden sah, erkundigte ich mich beim Barkeeper über die Möglichkeit, BYO-Champagner zu trinken oder welchen zu kaufen (BYO = "Bring Your Own" = "Bring deinen eigenen (Wein)" ist in Australien sehr verbreitet: Viele Restaurants akzeptieren BYO und verlangen zum Teil nur eine kleine Gebühr zum Öffnen der Flasche). Ok; BYO war hier nicht erlaubt, kaufen schon. Nur welche Menge zu welchem Preis? Da der Barkeeper, um mittlerweilen fünf vor zwölf, nicht wusste, wieviel ein Glas oder eine Flasche kosten sollte, dämmerte mir langsam, dass Champagner hier nicht wirklich das Getränk zum Jahreswechsel ist. Folglich befreite ich den Barkeeper von seiner schier unlösbaren Aufgabe und bestellte stattdessen ein Whisky-Cola. Sichtlich erleichtert nahm er meine Bestellungsänderung zur Kenntnis..
23.59 ... 00.00 - Happy New Year!! Prost hier, Küsschen da... wieso eigentlich Champagner? Eine Dose Bier oder Whisky-Cola tut's doch auch!
Eine gute Stunde später fanden wir uns auf der Strasse wieder, da das Pub auch in dieser Nacht pünktlich um 01.30 Uhr seine Lichter löschte.. Erstaunt über das Erlebte der letzten zwei Stunden und mit (nach wie vor) vollen Champagnerflaschen kehrten wir wieder in unseren Backpacker zurück. Einig, dass die Korken den Morgen nicht in den Flaschen erleben sollten, starteten wir zur After Hour-Party und liessen den Jahreswechsel doch noch zu einem ausgelassenen Erfolg werden.

Grampians 3 Nach einem kurzen Anwärmen des Bettes bereiteten wir uns auf eine weitere Wanderung im Grampians Nationalpark vor. Die Zufahrtsstrasse zum Ausgangspunkt liess meinen Puls ansteigen, die Hände feucht werden und ein wohl bekanntes Gefühl verbreitete sich in meinem Körper: Lasst mich raus aus diesem Bus und gebt mir einen Speedster!! Guter Asphalt, Kurven ohne Ende, eine malerische Landschaft.. und ich als Passagier in diesem Bus - mmpf!
Die frische Brise auf der folgenden Wanderung liess mein Gemüt aber zum Glück wieder etwas abkühlen..


Great Ocean Road

? London Bridge Am Nachmittag erreichten wir die Great Ocean Road, welche, nebst einer kurvigen Strasse entlang der Küste (mmpf zum Zweiten!), durch eine der schönsten Gegenden Australiens führt. Die Küste ist rauh und besticht durch ihre steil abfallenden Kalksteinklippen. Durch die Gewalt des Meeres wurde (und wird) der Kalkstein unter bzw. hinterspült, so dass heute verschiedene Felsstücke der Küste leicht vorgelagert sind. Eine Ansammlung solcher "Kalksteintürme" in der Brandung sind unter dem Namen "The Twelve Apostles" bekannt. Je nach Lichtverhältnissen bescheren sie dem Betrachter ein atemberaubendes Bild. Aufgrund der Entstehung dieses Küstenabschnittes gibt es in diesem Gebiet aber auch verschiedene Untiefen und The Twelve Apostles Riffe sowie zum Teil starke Strömungen. Es erstaunt deshalb nicht, dass diese Gegebenheiten vielen Seefahrern zum Verhängnis wurden: Auf einer Strecke von 120 km liegen 80 Schiffe auf dem Meeresgrund, die alle in einer Zeitspanne von 40 Jahren Schiffbruch erlitten haben! An verschiedenen Stellen wird deshalb auf entsprechende Tragödien vergangener Tage hingewiesen.


Auch auf dieser Tour sorgte der Faktor Technik für ungewollte Unterhaltung: Am 1. Januar forderte auch der Anlasser einen Feiertag und so versuchte uns Goil (unser Guide) zum Anschieben des Busses zu motivieren. Der Gedanke, bis Melbourne den Bus, inklusive Anhänger, noch ungefähr 20 Mal anschieben zu müssen, entlockte mir die Worte "das chas aber nid sii". Folglich riskierte ich einen Blick in den Motorraum und die mitgeführte Werkzeugkiste, wobei mir insbesondere letzterer einen Seufzer entlockte: Zwei Schraubenzieher, ein Engländerschlüssel, ein Hammer und ein paar sterbliche Überresten einer Kontrolllampe waren so grob der Inhalt dieses Retters in der Not. Glücklicherweise hatte sich aber nur das Relais verabschiedet und so leistete uns der Engländerschlüssel in den verbleibenden zwei Tagen wertvolle Dienste beim Überbrücken des schadhaften Teiles, wobei die nicht ganz artgerechte Verwendung ein paar irreversible Spuren auf dem guten Stück hinterliessen..


Melbourne

City Circle City Am selben Abend erreichten wir Melbourne, die Hauptstadt Victorias. Die folgenden Tage verbrachte ich mit dem Kanadier Carl, welcher auch Teilnehmer der Great Ocean Road-Tour war. Abgesehen davon, dass Carl ein super Reisepartner war, genoss ich die Tatsache, in ihm einen hervorragend englisch-sprechenden Begleiter zu haben.
Melbourne ist eine lebhafte Stadt mit über drei Millionen Einwohnern. Nebst dem geschäftigen Stadtzentrum bietet sie viele interessante Aussenbezirke, die einem jeweils wie in einer anderen Stadt fühlen lassen. Zum Beispiel das am Meer gelegene St. Kilda, welches das Flair eines richtigen Küstenortes hat oder Carlton mit der Lygon Street, wo sich ein Italiener Lokal ans andere reiht und nicht zu vergessen Fitzroy Toilette mit bester Aussicht mit der Brunswick Street, an welcher verschiedenste Läden, Restaurants und Cafes zum Verweilen einladen. Beeindruckend wirkte auf mich auch die Vielfältigkeit der Architektur: Viele von Melbournes Hochhäusern, Einkaufszentren, Brücken usw. sind modern und abwechslungsreich gestaltet. Es bleibt aber dem Geschmack des Betrachters überlassen, welche Designs er als schön betrachtet und welche als zu gewagt.. (Bild links: Toilette im 35. Stock mit schönster Aussicht)

Casino by night Ein Besuch wert ist auch das Crown Casino: Auf einer Länge von ca. 700 Metern reihen sich Spielautomaten an Spieltische, teils sogar auf mehreren Etagen, alles fein präsentiert in einem eleganten Lichtermeer. Umrahmt wird der ganze Komplex durch etliche Restaurants, Pubs, Shops, Kinos und vielem mehr. Jeweils um Mitternacht macht das Casino zusätzlich mit feuerspeienden Türmen auf sich aufmerksam.

Rechtsabbieger Melbourne zeichnet sich auch durch eigene Verkehrsregeln aus: An manchen Kreuzungen gilt für Rechtsabbieger (entspricht bei uns den Linksabbiegern) folgende Regel: Rechts blinken, aber am Rand der linken Fahrspur auf die Kreuzung einfahren und (rechts blinkend) warten, bis alle Fahrzeuge, die geradeaus fahren wollen, rechts vorbeigefahren sind. Wenn die Ampel auf rot wechselt losfahren und von links nach rechts alle Fahrspuren queren.. Alles klar? Ich glaube, diese Regel wurde von einem Karosseriespengler erfunden..


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311204-120105; Erstellungsdatum: 12. Januar 2005; Letztes Aktualisierungsdatum: 27. Januar 2005 © Peter Baumgartner 2005