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Sandsurfing und Pinnacles
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Sandboarden 1 Auf einer Tagestour zu den Pinnacles haben wir in der Nähe von Lancelin (ca. 100 km nördlich von Perth) bei weissen Sanddünen Halt gemacht und uns auf die Bretter geschwungen. "Bretter" sind in diesem Fall eine Art kleine Snowboards, mit denen man die Sandhügel runterbrausen kann, wobei dies doch nicht ganz dasselbe ist, wie Snowboardfahren: Zum Einen steigt man barfuss auf das Brett und rutscht seitlich in eine Schlaufe (der Hinterfuss ist dadurch nicht geführt) und zum Andern ist die Seitenführung auf Sand nicht mit der auf Schnee zu vergleichen. Abgesehen davon steht es mit der Rutschwilligkeit dieser Bretter nicht zum Besten, auch wenn man sie vor jeder Abfahrt mit "Go Fast Wax" behandelt (dieser spezielle High-Tech Wachs Sandboarden 2 entpuppte sich später als normaler Kerzenwachs..). Trotz aller Skepsis: Mit "Go Fast Wax" haben sich die Bretter doch noch zum Rutschen überreden lassen, auch wenn dies noch lange kein Garant war, dass beide (Mann und Brett) gleichzeitig des Ende der Abfahrt erreichten! So geschah es nicht selten, dass ich mich irgendwo aus dem Sand gebuddelt habe und mein Brett noch praktisch am Ausgangsort lag. Nach einer solchen Abfahrt galt es erstmal Ohren, Augen, Nase und Mund einigermassen von Sand zu befreien. Ich wusste gar nicht, dass man an Kleidern und Körper soviele Öffnungen hat, die sich mit Sand füllen können! Aber was solls - Spass hat's auf jedenfall gemacht!

Pinnacle3 Pinnacle4 Nach weiteren zwei Stunden Fahrt sind wir in der Pinnacle-Wüste angekommen, welche sich im Nambung National Park befindet (ca. 200 km nördlich von Perth). Dieser Ort bietet keine Action, dafür eine beeindruckend unwirklich scheinende Landschaft, die in der Dämmerung gar gespenstisch wirkt. Über eine mehrere Quadratkilometer grosse Fläche ragen tausende von Kalksteinen (Pinnacles) aus dem Boden, die, je nach Lichtverhältnissen und Distanz, an strammstehende, starre Soldaten erinnern. Die Steine werden von einem orangefarbenen Sandboden umgeben, der massgeblich an der Entstehung der Pinnacles beteiligt ist: Angeblich war Australien vor Millionen von Jahren eine Einheit mit Afrika, Asien und der Antarktis und daher nördlicher platziert. Durch diese geographische Lage herrschte im Gebiet der heutigen Pinnacles Wüste. Nach der Aufspaltung von Afrika und Asien rutschte Australien, noch zusammen mit der Antarktis, in Richtung Süden. Durch die neue Lage (südlicher als heute) wuchs über dem damaligen Wüstensand (Kalksand) eine üppige Vegetation und auch Wald. Über die Jahre versteinerte der Kalksand unter dem Waldboden zu Kalkstein. Aussonderungen von den Baumwurzeln bescherten dem Kalkstein lokal eine höhere Festigkeit. Nachdem sich die Antarktis von Australien getrennt hatte, rutschte Australien wieder Richtung Norden in wärmere Zonen. Der Wald Pinnacle1 bildete sich zurück und Kalksand eroberte erneut dieses Gebiet. Durch die stetigen Winde wurde immer mehr Kalkstein zu Sand und nur der Stein unter den ehemaligen Wurzeln (der durch deren Aussonderungen nun eine höhere Festigkeit besitzt) wurde nicht oder wird nur langsam abgetragen. Was wir nun heute bestaunen können, sind die Kalksteinteile, die früher unter den Wurzeln waren. Als Folge ragt heute überall ein Pinnacle aus dem Boden, wo vor zig tausend Jahren ein Baum gestanden ist.
Im Bewusstsein dieser Tatsache ergreift einem ein eigenartiges Gefühl, wenn man über diese tausenden von Pinnacles schaut. Unser Guide Garry hat uns kurz vor Sonnenuntergang in die Wüste geführt, damit wir die spezielle Stimmung während der Dämmerung miterleben konnten.



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250904; Erstellungsdatum: 29. September 2004; Letztes Aktualisierungsdatum: 21. Oktober 2004 © Peter Baumgartner 2004