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Alice Springs - Adelaide
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Kapitel auf dieser Seite:
Uluru - Kata Tjuta Nationalpark
Watarrka (Kings Canyon) Nationalpark
Ghan
Kangaroo Island


Uluru - Kata Tjuta Nationalpark

Uluru Egal an welches Land oder an welche Stadt man denkt, irgend ein Bild sehen wir immer vor dem geistigen Auge: Denkt man an Paris, so sehen viele den Eifelturm. Ähnliches gilt auch für Australien, wo der Uluru die Ikone schlechthin ist (Uluru = Ayers Rock in der Sprache der Aborigines). Kaum ein Tourist, der auf seiner Australienreise nicht das rote Zentrum ansteuert, um unter anderem diesen gigantischen Stein zu bewundern. Folglich führte auch meine Reiseroute nach Alice Springs, Ausgangsort für den Besuch dieser Sehenswürdigkeit. Aufgrund von Erzählungen nahm ich an, dass Alice Springs so quasi am Fusse des Uluru liegt, musste aber einmal mehr feststellen, dass Australien einfach andere Dimensionen hat: Alice Springs ist zwar die dem Uluru nächstgelegene, grössere Ortschaft, wobei aber "nächstgelegene" nicht zwingend "nahe" bedeutet: Schlappe 450 km trennen die beiden Punkte auf der Landkarte. Die Variante "zu Fuss" schied demnach aus..
Guido und seine Freundin Martina (Guido und ich waren in der selben Klasse in der Sprachschule in Perth) haben die Problematik bereits früher erkannt und vorsorglich einen Mietwagen reserviert. Am Morgen des 19. Dezembers haben wir uns also zu dritt auf den Weg Richtung Uluru - Kata Tjuta Nationalpark gemacht und etwa zwei Stunden vor Sonnenuntergang den sagenumwobenen Ort erreicht: Absolut gigantisch! Manche mögen entgegnen, "ist doch nur ein Stein umgeben von Wüste und Buschlandschaft". Uluru Detail Doch durch seine intensiv orange-rote Farbe und der speziellen, runden Form (die aber bei genauerem Hinsehen durch feine Rippen oder gar Kluften unterbrochen ist) wirkt er mysteriös! Angeblich sind der Uluru und die benachbarten Kata Tjuta (Olgas) vor Millionen von Jahren aus Geröll und Schlamm entstanden, welche unterirdisch unter sehr grossem Druck verklumpten. Durch Erdbewegungen sind Teile der Verklumpungen wieder an die Oberfläche getreten. Der Uluru ist heute der weltgrösste Monolith. Für die Aborigines hat dieser Berg ein tiefe, spirituelle Bedeutung und wird als Heiligtum angesehen. Dies veranlasst sie auch zur Bitte, den Berg nicht zu besteigen. Leider zollen nicht alle Besucher genügend Respekt gegenüber den Ureinwohnern und bezwingen den Berg trotzdem.

Kata Tjuta In ungefähr 40 Kilometer Entfernung befindet sich eine weitere, bezaubernde Steinformation, die von den Aborigines auf den Namen "Kata Tjuta" (Olgas) getauft wurde. Wie bereits erwähnt, teilen diese felsigen Hügel ihre Entstehungsgeschichte angeblich mit dem Uluru. Wir haben die Kata Tjuta Steinformation am Morgen bei Sonnenaufgang besucht und wurden für das frühe Aufstehen mit einem einzigartigen (Farben-)Schauspiel belohnt: In der Ferne der Uluru, welcher in der aufgehenden Sonne ganz in Schwarz erschien und direkt vor den Augen die Kata Tjutas, welche langsam Feuer zu fangen scheinten..


Watarrka (Kings Canyon) Nationalpark

Kings Canyon Für australische Verhältnisse "gleich um die Ecke" befindet sich der Watarrka (Kings Canyon) Nationalpark, welcher eine faszinierende Landschaft bietet und auf einer sechs Kilometer langen Wanderung besichtigt werden kann. Von steil abfallenden Schluchten über rundgeschliffene Hügelchen bis zu einem kleinen, tropischen Regenwald in einer Schlucht genannt "der Garten Eden", hat dieser Nationalpark alles zu bieten. Trotzdem es die Sonne vorzog, die meiste Zeit nur über den Wolken zu scheinen, genossen wir eine wunderbare Wanderung.


Ghan

Gahn Nach der Rückkehr nach Alice Springs trennten sich unsere Wege und ich bestieg am folgenden Tag den Zug namens "Ghan", welcher mich in 17 Stunden nach Adelaide brachte. Der Ghan führt heute von Darwin nach Adelaide und durchquert dabei den ganzen Kontinent von Nord nach Süd, was einer Länge von mehr als 3'000 Kilometern entspricht. Der Entscheid diese Eisenbahn zu bauen, fiel im Jahre 1877 und die Fertigstellung erfolgte erst im Februar 2004! Im Jahre 1929 konnte die erste Teilstrecke von Adelaide nach Alice Springs eingeweiht werden, wobei sie aber nie wirklich erfolgreich betrieben werden konnte, da sie mit zuvielen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte: Das Hauptproblem war dabei die falsche Streckenführung, welche durch sporadisch überflutetes Gebiet führte. Verspätungen bis zu zehn Tagen waren daher immer möglich! Erst im Jahre 1980 wurde dieser Fehler korrigiert und seither ist der Gahn weitaus zuverlässiger. Da das Gleismaterial in der Wüste starken thermischen Einflüssen ausgesetzt ist, besitzt es nicht die gleiche Präzision wie in der Schweiz oder Europa. Der Gahn rennt daher nicht mit 140 km/h durch die Steppe, sondern zuckelt gemütlich mit ca. 80 km/h seinem Ziel entgegen. Sunset im Gahn Vermutlich verleiht aber gerade diese Gemütlichkeit dieser Bahnfahrt den speziellen Charme: Man sitzt im bequemen Sessel, sieht gemächlich die unendlich scheinende Wüste am Fenster vorüberziehen, spürt immer wieder die Rüttelbewegungen des Zuges und hat dabei mehr als genügend Zeit, der Sonne beim sanften Verschwinden am Horizont zuzusehen..
Nach einer einigermassen schlaflosen Nacht im stets rüttelnden Zug und in einem zu stark klimatisierten Bahnwagen haben wir uns an einem Becher heissen Kaffees wieder aufgewärmt ("wir" sind in diesem Fall Martina und ich. Wir haben uns am Bahnhof von Alice Springs kennengelernt und aufgrund ähnlicher Pläne die folgenden Tage in Adelaide und Kangaroo Island zusammen verbracht). Da dieser Morgen dem 24. Dezember zugeordnet wurde, fand es das Zugpersonal angebracht, uns während der restlichen Fahrt mit Weihnachtslieder zu beglücken und jede Lautsprecherdurchsage mit Rentierglockengebimmel zu untermalen. Bevor uns aber vor lauter "Merry Christmas" weisse Bärte gewachsen sind, haben wir zum Glück Adelaide erreicht.


Kangaroo Island

Wallabies In kurzer Entfernung von Adelaide liegt die Insel "Kangaroo Island", welche mit der Fähre in knapp 50 Minuten vom Cape Jervis aus erreicht werden kann (Cape Jervis liegt ca. 100 km südwestlich von Adelaide). Diese Insel ist bekannt für ihr vielfältiges Tierleben, da die von Siedlern auf dem Festland eingeführten Tiere, wie z.B. Füchse, Hasen, Schweine oder auch Dingos (eine freilebende Hundeart), nie auf Kangaroo Island gebracht worden sind. Diese eingeführten Tierarten (vor allem Füchse und auch die Hauskatzen!) jagen und töten einheimische Tiere oder zerstören ihre Nahrungsgrundlage (insbesondere wilde Hasen und Schweine). In jüngster Zeit wurden deshalb sogar ein paar auf dem Festland vom Aussterben bedrohte Tierarten auf diese Insel umgesiedelt, um deren Überleben zu sichern. Koala Es erstaunt deshalb nicht, dass man auf Schritt und Tritt irgendwelchem Wildlife begegnet. Interessanterweise haben zum Beispiel die Känguruhs und Wallabies (kleinere Känguruhart) auf dieser Insel ein leicht anderes Verhaltensmuster entwickelt, als ihre Artgenossen auf dem Festland: Dies zeigt sich vor allem dadurch, dass sie vor Menschen wenig Scheu zeigen und sich meistens streicheln lassen. Auch die Koalabären würden sich vermutlich berühren lassen, sässen sie nicht (meist schlafend..) in schwindelerregender Höhe in den Eukalyptusbäumen.
Das absolute Highlight war aber der Besuch der Seal Bay: Dieser Strand ist die Heimat unzähliger Seehunde. Da diese sympathischen Tiere oft Tage im Meer verbringen, um nach Nahrung zu suchen, ist der Strand für sie eine Art Schlafzimmer, wo sie sich von den Strapazen der Futtersuche erholen können. Aus diesem Grund achten die verantwortungsbewussten Ranger der Seal Bay darauf, dass man den Tieren nicht zu nahe kommt. Während die erwachsenen Seehunde den Strand vor allem zum Erholen aufsuchen, nutzen die jüngeren Tiere die weiten Sandflächen zum Spielen und Herumtollen. Schaut man diesen niedlichen Kerlen zu, möchte man sich am liebsten für ein paar Stunden in einen Seehund verwandeln und mitspielen bzw. mitschwimmen! Seal Bay 1 Seal Bay 2 Nebst der vielfältigen Tierwelt besticht Kangaroo Island auch durch viele wunderschöne, menschenleere Strände, die zu einem Bad einladen. Wie ich aber selber erfahren musste, bergen die zum Teil hohen Wellen auch ihre Gefahren, da das Wasser des hereinpreschenden Meeres auch wieder irgendwie zurückfliessen muss. Das Zurückkehren zum Strand kann deshalb zu einem erschöpfenden Kampf werden, wenn trotz angestrengtem Schwimmen das rettende Festland nicht näher kommen will oder sich gar zu entfernen scheint! Nachdem wir mit vereinten Kräften aber doch noch "gestrandet" sind, hatte leider auch unser Bus Lust bekommen, unvermittelt am Strassenrand zu stranden. Nach einem kurzen (aber satten) Knall hatten wir die Sicht eines trüben Novembertages, jedoch mit dem Vorteil, dass sich der Nebel schnell wieder verzog. Der Ursprung dieses Nebels setzte aber unserer Fahrt ein jähes Ende, da sich der Kühler irreparabel verabschiedet hatte! Da wäre mir "natürlicher" Novembernebel doch lieber gewesen..
Da Kangaroo Island eher klein ist, beschränkte sich unsere Wartezeit zum Glück nur auf 1.5 Stunden, bevor wir unsere Reise in einem Ersatzfahrzeug fortsetzen konnten.


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19-271204; Erstellungsdatum: 30. Dezember 2004; Letztes Aktualisierungsdatum: 10. Januar 2005 © Peter Baumgartner 2005