Home

Mount Taranaki bis Cape Reinga
(Um die Bilder grösser zu sehen, einfach draufklicken.)


Kapitel auf dieser Seite:
Mount Taranaki (Mount Egmont)
Waitomo Caves und Rotorua
Paihia und Cape Reinga
Coromandel Peninsula


Mount Taranaki (Mount Egmont)

Mt. Taranaki 1 Die Besteigung des schlafenden Vulkans Mount Taranaki (2'518 M.ü.M.) war natürlich fast ein Muss, da wir von der Farm stetigen Blickkontakt mit ihm hatten und uns von erprobten Bezwingern wunderschönste Aussicht über das ganze Taranaki-Gebiet bis zum Vulkantrio Mount Tongariro, Ngauruhoe und Ruapehu versprochen wurde. "Schlafender Vulkan" deshalb, weil sein letzter Ausbruch erst 350 Jahre zurückliegt und die Spezialisten nicht sicher sind, ob er nun tatsächlich erloschen ist oder nur schläft.
Die Bezeichnung "Mount Egmont" stammt von den eingewanderten Europäern. Da aber das Urvolk, die Maori, besser in die Gesellschaft integriert ist als in Australien die Aborigines, tragen die meisten älteren Ortschaften oder Berge nach wie vor den maorischen Namen und zwischenzeitlich umgenannte haben wieder den ursprünglichen erhalten. Aus Mount Egmont wurde folglich wieder Mount Taranaki. Eine grosse Rolle für die bessere Integration spielt vermutlich auch die Tatsache, dass die Maori selbst vor nicht allzu langer Zeit (ca. 1200 n. Chr.) von Polynesien her eingewandert sind. Kriegerische Aktivitäten zwischen den verschiedenen Maori-Stämmen bis ins späte 18. Jahrhundert liessen die einwandernden Europäer gar als Friedensstifter erscheinen, obwohl diese mit dem Handel von Musketen das Gemetzel zwischen den Stämmen in einer früheren Phase noch unterstützten.

Mt. Taranaki 2 Der Mount Taranaki liebt es, seine Spitze oft in Nebel zu hüllen. Aus diesem Grund haben wir erst nach eingehendem Studium der Wettervorhersagen den Besteigungstag festgelegt, auch wenn wir wussten, dass Neuseeland als Insel schnell wechselndes Wetter haben kann und die Vorhersagen nur mit Vorsicht zu geniessen sind.
Um 05.00 Uhr haben wir uns unter Sternenhimmel mit dem Auto zum Fuss des Mount Taranaki begeben. Auf den letzten Kilometern vor dem Parkplatz überraschten uns plötzlich - Regentropfen! Beim Start zur Wanderung bei Tagesanbruch war der Himmel aber glücklicherweise wieder relativ klar, nur die Spitze des Vulkans hüllte sich noch geheimnisvoll in Nebel.. Als geborene Optimisten waren wir jedoch der Überzeugung, dass sich dieser in Bälde auflösen würde. Die ersten zwei Stunden der Wanderung führten uns in der warmen Morgensonne auf einem steilen Weg durch die Buschlandschaft des Egmont Nationalparkes, bevor wir über endlose Treppen zu einem noch endloser scheinenden Geröllfeld gelangten. Als Vulkan ist der ganze Berg umgeben davon, so dass das Wandern bzw. Klettern zu einer eher mühsamen Angelegenheit wurde. Mt. Taranaki 3 Unser Optimismus wurde leider nicht belohnt und so standen wir, d.h. Uschi, Kathy, Morine und ich, schon bald im Nebel, welcher uns sporadisch kurz mit guter Sicht, aber im gleichen Intervall auch mit Nieselregen beglückte. Um 11.30 Uhr war der Aufstieg schliesslich geschafft, nachdem wir auf dem letzten Schneefeld auf eine erneute Lichtung des Nebels warten mussten, um den Weg zum richtigen Gipfel zu finden (es gibt deren zwei..). Stolz, den Mount Taranaki, trotz der leicht widerlichen Bedingungen, doch noch bezwungen zu haben, genossen wir unseren Gipfellunch und erfreuten uns am sporadisch zu sehenden blauen Himmel, bevor wir wieder den Abstieg in Angriff nahmen. Die hochgelobte, grandiose Aussicht haben wir leider nicht geniessen können, dafür später um so mehr den Muskelkater..


Waitomo Caves und Rotorua

Waitomo liegt im mittleren Westen der Nordinsel und ist bekannt durch seine mehr als 300 Höhlen. Was diese unterirdischen Räume aber ganz speziell macht, ist die Präsenz von tausenden von Glühwürmern, die vorwiegend an den Decken hängen und mit ihrem Leuchten potenzielle Nahrung anlocken. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, diese Höhlen zu erforschen: Von sich in einem Touristenboot über die unterirdischen Gewässer chauffieren zu lassen, bis zum 30 Meter Abseiltrip mit anschliessendem durch die Höhlen schwimmen, kriechen und klettern, wird alles angeboten. Ich habe mich für die zweite, aktivere Variante entschieden und es nicht bereut: Das Abseilen (mit vorgängigem Training) und das Hochklettern kleinerer Wasserfälle förderten die Adrenalinausschüttung und das sich im Wasser (auf einem Reifenschlauch) durch die glühwürmerbehangenen Höhlen treiben lassen, war absolut atemberaubend! Man hatte den Eindruck, unter prächtigem Sternenhimmel ein Bad zu nehmen.

Neuseeland liegt am Schnittpunkt zweier Erdplatten und besitzt dadurch viele Vulkane, die jedoch meistens nicht mehr aktiv sind. Diese "exponierte" Lage spürt man heute aber auch durch tägliche (!) Erdbeben, die insbesondere in der Region Wellington registriert, von denen aber nur wenige von den Menschen wahrgenommen werden. Ein anderer "Zeuge" dieser Lage ist die Region von Rotorua, in welcher es unzählige Warmwasserquellen, Geysire, dampfende, zum Teil nach Schwefel (faulen Eiern) riechende Wasserteiche in verschiedensten Farben und sogenannte blubbernde Mud Pools (Schlammteiche) gibt. Rotorua liegt zwei Autostunden östlich von Waitomo, also quasi in der Mitte der Nordinsel und ist vermutlich der populärste Touristenort in diesem Teil von Neuseeland. Die Fotos stammen vom Lady Knox Geysir (welcher aus touristischen Gründen, mit Hilfe von ein bisschen Seife, pünktlich um 10.15 Uhr sein Wasser ausspeit), dem Wai-o-Tapu Thermal Wonderland (mit dem prickelnden, orange umrandeten Champagne Pool und dem giftig grünen Devil's Bath) und vom Waimangu Volcanic Valley, welches in ca. 1.5 Stunden gemütlich durchwandert werden kann.
In dieser faszinierenden, unwirklich scheinenden Mondlandschaft spürt man förmlich, dass das, was wir täglich zu sehen bekommen, nur ein Teil unserer Erde ist. Absolut gigantisch!

Lady Knox Geysir Champagne Pool Devil's Bath Dampfender Hügel im Waimangu Volcanic Valley


Paihia und Cape Reinga

Kauri Tree Auf Empfehlung von Momo (einer Studentin meiner Klasse in Perth) habe ich auch noch den nördlichsten Teil der Nordinsel besucht. Auf der Fahrt von Auckland Richtung Paihia durchquerten wir den Kauri Forest. Dieses Gebiet ist bekannt für seine mächtigen Kauri Bäume, die mehrere tausend (!) Jahre alt werden und einen Stammdurchmesser von bis zu fünf Metern haben können! Da das Holz dieser Bäume eine sehr gute Qualität aufweist, wurden während mehreren Jahrzehnten sehr viele davon gefällt. Der älteste, noch stehende Baum, ist angeblich um die 2'000 Jahre alt und hat einen Durchmesser von 4.4 Metern! Der heutige Bestand beträgt leider nur noch ca. fünf Prozent von dem, was mal vorhanden war und die Bäume sind deshalb seit ein paar Jahren geschützt. Kauriholz wird aber erstaunlicherweise immer noch verarbeitet - nur, von wo stammt dieses Holz? Angeblich war das Gebiet früher viel sumpfiger als heute und alle natürlich umgestürzten Bäume wurden darin über Jahrtausende konserviert. Das heute verarbeitete Holz kommt deshalb "aus dem Boden" und ist zum Teil bis 45'000 Jahre alt! Unglaublich, aber angeblich nachgewiesen.

Paihia Nach ein paar weiteren Kilometern haben wir den Ferienort Paihia erreicht, welcher an der Bay of Islands liegt. Ein wunderbar ruhiger Ort mit ein paar Restaurants und Cafés. Die Bay of Islands ist bekannt durch ihre ca. 150 Inseln und auch wegen ihrer geschichtlichen Vergangenheit: Im Jahre 1840 wurde hier der Vertrag unterzeichnet, welcher die Basis für ein friedliches Zusammenleben zwischen den Maori und Europäern legte. Die Tatsache, dass die maorische und englische Version nicht in allen Punkten übereinstimmten, sorgte aber später immer wieder für Diskussionen.

Cape Reinga Ungefähr 200 km weiter nördlich liegt das Kap Reinga, welches zwar nicht ganz den nördlichsten Punkt der Nordinsel darstellt, zu dessen Füssen sich aber der Pazifische Ozean und das Tasmanische Meer treffen. Aufgrund der unterschiedlichen Strömungsrichtungen der beiden Gewässer kann es bis weit ins Meer hinaus zu bis zehn Meter hohe Wellen geben. Bei meinem Besuch war die See (leider) extrem ruhig und so konnten nur kleinere Wellen ausgemacht werden. Da die beiden Meere aber auch farblich nicht ganz gleich sind, war der Anblick dieses Zusammentreffens trotzdem recht spektakulär. Ninety Mile Beach Auf dem Weg zurück nach Paihia fuhren wir der Ninety Mile Beach entlang, die aber in Wirklichkeit nur 60 Meilen lang ist. Da hat sich in grauer Vorzeit mal jemand gewaltig verschätzt.. Aber auch 60 Meilen sind nicht ohne. Aufgrund der Abgeschiedenheit stört es auch niemanden, wenn sogar die Sightseeing-Busse mit bis zu 100 km/h über den Strand oder gar durch das Wasser brettern. Angeblich sind zwar letzte Saison drei Busse "verloren" gegangen, will heissen, im Sand stecken geblieben (und anschliessend von der steigenden Flut geholt worden), doch die betroffenen Reiseunternehmen fahren diese Route trotzdem immer noch. Die scheinen hier sehr gutmütige Versicherungen zu haben..


Coromandel Peninsula

Coromandel / Tairua Mein letzter Trip in Neuseeland galt der Coromandel Halbinsel, welche etwa 100 km östlich von Auckland gegen Norden hin ca. 80 km ins Meer hinaus reicht. Dieser Zipfel der Nordinsel ist sehr hügelig und bietet, einmal auf einer Anhöhe angelangt, wunderbare Aussicht über verschiedene Buchten, Klippen und die vorgelagerten Inseln.
Ein Touristenmagnet dieser Region ist die Hot Water Beach: In der Zeit zwischen zwei Stunden vor und nach Ebbe sieht man angeblich unzählige Menschen mit Schaufeln bewaffnet zum Strand pilgern und in den vom Meer freigegebenen Sandflächen graben, als gelte es einen Schatz zu finden. Der Grund für diese ungewöhnlichen Aktivitäten sind Heisswasserquellen, die durch Graben auf einem bestimmten Strandabschnitt erreicht werden können. Jeder kann sich so angeblich seinen eigenen Pool graben und anschliessend das warme Bad geniessen. Leider kann ich nur von "angeblich" schreiben, da an unserem Besuchstag bereits um 06.00 Uhr Ebbe war und um diese Zeit leider noch keine Busse zu diesem Strand gefahren sind. Unser Versuch, ca. sechs Stunden später noch nach einer warmen Quelle zu graben, schlug leider fehl und die Schauflerei musste als unterhaltsame, körperliche Betätigung abgebucht werden. Der an sich aber schöne Strand und das Erlebnis ihn umzugraben, waren den Ausflug dennoch wert.

Cathedral Cove Ein paar Kilometer weiter führt eine ca. 35 minütige Buschwanderung zur Cathedral Cove. Die Cathedral Cove ist eine Art natürlicher Tunnel, der zwei Strände miteinander verbindet, die nur vom Meer her oder über Wanderwege erreicht werden können. Ähnlich den Twelve Apostles an der Südküste Australiens (s. Adelaide - Melbourne) spült das Meer über die Jahre kontinuierlich Kalkstein weg und dadurch entstehen freistehende Steingiganten oder eben auch solche Tunnel. Sitzt oder spaziert man an diesem bezaubernden Ort, hat man das Gefühl, sich an dieser wunderschönen Kulisse nicht satt sehen zu können. Einmal mehr schaffte es Neuseeland, mich mit seiner vielfältigen und wunderschönen Natur in Erstaunen zu versetzen!

Driving Creek Railway Am Rande des Ortes Coromandel Town findet man eine etwas speziellere Touristenattraktion: Ein paar Eisenbahnenthusiasten haben in harter Arbeit zwischen 1977 und 2002 eine drei Kilometer lange Eisenbahn (Driving Creek Railway) gebaut, die zu einem Aussichtspunkt, genannt "Eyefull Tower" (in Anlehnung an den "Eifelturm"), führt. Mit den Einnahmen dieser Eisenbahn wird die Aufforstung der Kaori- und Rimubäume gefördert, die in diesem Gebiet während der Kolonialzeit grossflächig abgeholzt wurden. Im Bewusstsein dieser Tatsache sieht man plötzlich diese bezaubernde Landschaft mit etwas anderen Augen: Statt eines prächtigen Regenwaldes mit grossen, stämmigen und x-tausend Jahre alten Bäumen, findet man heute (nur ca. 200 Jahre später) Coromandel nur noch regenwaldähnliche Buschlandschaften oder kahle Hügel, die sich nur langsam von der Abholzoffensive erholen. Als kurzfristige Lösung wurden jetzt vielerorts schnellwachsende Bäume angepflanzt, die jedoch nicht einheimisch sind. An den nun angepflanzten Kaoribäumen werden leider erst unsere Nachfahren wieder Freude haben können, da diese Bäume ungefähr 500 Jahre brauchen, um erwachsen zu werden (entsprechend haben sie auch eine Lebenserwartung von mehreren tausend Jahren; s. Paihia und Cape Reinga).


Home  Top

Kontakt:


07-210305; Erstellungsdatum: 19. März 2005; Letztes Aktualisierungsdatum: 9. April 2005 © Peter Baumgartner 2005